Die alten "erste Seite" Texte:
Wenn Unglaubliches passiert ...
... im Frühling 2011.
Der fünfjährige Kedira rennt hinter der sechsjährigen Maja her und ruft:
"Es gibt keinen Kobold im Niendorfer Gehege."
"Gibt es doch!", Maja bleibt abrupt stehen, sodass Kedira gegen sie prallt. Sie kullern über den Teppich.
Kedira erholt sich als erstes und sagt:
"Und den Osterhasen gibt es auch nicht."
"Aber den Kobold gibt es."
"Gibt es nicht."
"Gibt es doch", Maja knallt ihre flache Hand auf den Boden.
Kedira schüttelt seine wilde Mähne und ruft:
"Es gibt keinen Kobold und keinen Osterhasen und den Weihnachtsmann gibt es auch nicht."
"Gibt es doch", schreit Maja und ballt ihre Faust.
"Gibt es nicht."
"Aber Gott gibt es", erwidert sie.
"Was?", Kedira klimmpert mit seinen Wimpern.
"Es gibt Gott und der ist genauso wie die anderen. Den kann man sogar noch nicht mal sehen und den gibt es aber ganz wirklich."
"Aber den Kobold gibt es nicht. Das hat meine Mama gesagt."
"Deine Mama weiß aber gar nicht Bescheid."
"Meine Mama weiß alles."
"Das kann sie aber gar nicht wissen. Sie war doch gar nicht dabei."
"Aber du auch nicht."
"Aber mein Onkel."
"Dein Onkel ist doch blind."
"Ist er nicht."
"Und warum hat er dann einen Blindenhund?"
"Der gehört meiner Tante und mein Onkel geht nur mit ihm Gassi und der Hund hat den Kobold auch gesehen."
"Hat er nicht."
"Hat er wohl und er hat gebellt."
Kedira schweigt eine Weile. Dann fragt er:
"Und dann?"
"Dann hat sich der Kobold versteckt."
"Und dann?"
"Dann hat mein Onkel den Kobold gesucht."
"Und dann?"
"Er hat ihn nicht wiedergesehen. Aber er hat einen alten Mann getroffen und der hat gesagt, er hat den Kobold auch schon gesehen."
"Die spinnen doch."
"Tun sie nicht. Mein Onkel hat den Kobold genau beschrieben und meine Schwester fährt jetzt immer mit dem Rad durchs Gehege und ruft den Kobold."
"Die spinnt doch auch."
"Tut sie nicht."
"Tut sie wohl."
"Du kennst meine Schwester doch gar nicht. Die ist schon groß."
"Ich kenn sie wohl."
"Ach ja? Wie sieht sie denn aus?"
"Sie hat Haare auf dem Kopf."
"Pah! Du bist so blöd. Du bist nicht mehr mein Freund."
Maja steht auf und geht durch den Flur in die Küche, wo einige Mädchen an den Tischen sitzen und Osterkörbchen basteln.
© Mai 2011
Fliegen, wandern und leben ...
... im Winter 2010.
Mirabella hat uns mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Sie weiß zwar nicht von wem und wie das überhaupt passieren konnte, aber sie ist schwanger und ihre Mutter hat gesagt: „Komm nach Hause. Du bist viel zu jung, um dich allein um das Baby zu kümmern.“
Wir haben nichts dazu gesagt. Wir sind beinahe sprachlos. Wir wundern uns nicht wirklich – bei so viel Sex. Aber wir haben jetzt ein Problem:
In unserer WG wird ein Zimmer frei. Und es ist nicht irgendein Zimmer. Sondern das kleinste, dunkelste, abgelegenste, schlecht geschnittenste. Das ist schwer zu vermieten. Es ist nur geeignet für einen Menschen, der die Dinge so hinnimmt, wie sie nun mal sind.
Das Zimmer ist eng und es ist ein Hochbett drin. Ins Zimmer kommt so gut wie kein Licht, weshalb Mirabella in der Küche am Küchentisch saß, trank und las und wenn wir nicht da waren, trieb sie es lieber auf dem Küchentisch, als auf dem Hochbett.
Nur mit wem? Das wäre natürlich schon irgendwie schön zu wissen. Und wie viele waren es? Und warum kann sie sich nicht erinnern? Nur eines ist klar: Von uns wars keiner! (Glaube ich jedenfalls ...)
Irren und Wirren ...
... im Herbst 2010.
Ich ging diesen Weg, aber er führte mich im
Kreis herum. Ja, ich weiß, ich bin gut darin, mich zu
verirren. Aber zum
Glück habe ich immer einen guten Freund, oder eine Freundin an meiner Seite, die mich auf den richtigen Weg zurückschubsen kann und es manchmal auch tut, oder mir zumindest zeigt, wie ich ihn
wiederfinden kann. Danke schön!
Maria,
Janna und ich spazierten an der Elbe entlang.
Auf Teufelsbrück trafen wir Andreas und er sagte: "Dalang ists auch schön, wenn ihr zum Botanischen Garten wollt." Und ich sagte: "Oh ja, da bin ich mit dem Rad auch schon mal lang gefahren." Aber als wir da dann entlang marschierten, liefen wir einmal zu früh
links rein und schon kamen wir wo ganz anderes raus, als ursprünglich gedacht. Maria sagte: "Oh, das ist aber schön hier!" und ich sagte: "
Umwege erhöhen die Ortskenntnis."
Nein, ich nehme
keine Drogen, ich mache nur ab und zu Sport. Das ist doch nicht dasselbe. Und ich
mache Musik. Da schwebt man zwar auch auf
Wolke 7 und stürzt tief ab, wenn man plötzlich die Töne nicht mehr trifft, weil jemand gegen die Wand hämmert oder
sturmklingelt, aber es ist doch nicht dasselbe. Nein, nein, es ist nicht dasselbe. Es ist viel schöner.
Das aktuelle Spiel ...
... heißt "Schatzsuche"
Die Kinder können einzeln oder in Kleingruppen auf Schatzsuche gehen. Sie können am Montag anfangen, oder später und an den Tagen suchen und die Rätsel lösen, an denen sie Lust dazu haben. Das Spiel kann ein paar Tage, oder ein paar Wochen lang dauern - je nach Zeit, Lust und Laune.
Die Kinder müssen aus einem Karton Zettel ziehen. Jeder Zettel hat eine Nummer. Auf jedem Zettel steht ein Rätsel im Schwierigkeitsgrad von A-F. A = sehr schwer, F = sehr leicht. Die Nummern werden auf einer Liste eingetragen, dazu der Name des Kindes, das den Zettel gezogen hat und abgehakt, wenn das Rätsel gelöst wurde.
Wenn eine Gruppe oder ein Kind eine bestimmte Anzahl von Rätseln gelöst hat (siehe Liste), bekommt es ein Puzzelstück von einer Schatzkarte. Es muss nun versuchen, die fehlenden Teile der Schatzkarte zu bekommen. Eine Schatzkarte hat immer nur einen Schwierigkeitsgrad. (A-F)
Liste:
5 Rätsel bei „A“
6 Rätsel bei „B“
7 Rätsel bei „C“
8 Rätsel bei „D“
9 Rätsel bei „E“
10 Rätsel bei „F“
Wenn also eine Gruppe oder ein Kind eine „A“- Schatzkarte hat und die Rätsel sind zu schwer, kann es die Schatzkarte zurückgeben und hoffen, dass es beim nächsten Mal einen leichteren Schwierigkeitsgrad erwischt.
Die Gruppe oder das Kind kann aber auch gleichzeitig an mehreren Schatzkarten arbeiten. Es kann auch vorkommen, dass zwei Gruppen an der gleichen Schatzkarte arbeiten. Da kommt es dann drauf an, wer schneller fertig ist. Nur der kann den Schlüssel finden.
Wenn eine Schatzkarte vollständig ist, müssen die eingezeichneten Wege errechnet werden. Dann kann die Gruppe oder das Kind dem Schatzplan folgen und mit Glück und Verstand das Versteck finden.
Im Versteck finden die Kinder das Bild von einem Schlüssel, der zu der Schatztruhe passt. Das Bild muss in der Kiste mit den Schlüsseln abgeglichen werden, um den passenden Schlüssel zu finden.
Die Schatztruhe kann nur mit sechs verschiedenen Schlüsseln geöffnet werden.
Wenn mehrere Gruppen die Schlüssel gefunden haben, müssen sie untereinander besprechen, welchen Anteil jeder vom Schatz erhält.
Alle Rätsel von A - E müssen gelöst werden, alle Schlüssel müssen gefunden werden - nur dann kann man die Schatztruhe öffnen.
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